Doch natürlich war es wohl ein einsamer Nest. Bieberstein ruft nun zu der „grundlegenden Revision“ der traditionellen Ansicht auf, wonach eben schon David, Urkönig der Hebräer, in einer stolzen 2000-Einwohner-Metropole lebte. Die wahre Chronologie geht, Bieberstein zufolge, so: Jerusalem wurde um 1800 a. chr. gegründet. Es entstand ein ummauerter Bezirk mit einer aufwendigen Wasserversorgung und Häusern, die Platz für etwa 1000 Menschen boten. Bald jedoch verfiel alles wieder. Der Mauerring verwahrloste und stürzte ein, die Bewohner wanderten ab. 400 Jahre nach dem Zusammenbruch sah es immerhin trist aus. In der diplomatischen Korrespondenz, die Pharao Amenophis III. Sohn Echnaton mit den Vasallenfürsten von „Kanaan“ führten, wird ein gewisser Abdi Chepa erwähnt. Er ist Anführer von „u-ru-sa-lim“ und lebt von welcher Jagd auf Sklaven, die er als Tribut an den Nil schickt. Unzerteilbar Gesuch bittet er den Pharao um 50 Soldaten. Sein Machtgebiet sei bedroht. Schon die geringe Zahl an gewünschten Militärs bezeugt, dass der Mann ein kleiner Lokalboss war. Für Jerusalem liegen aus dieser Zeit kaum archäologische Hinweise vor.

UN-Sicherheitsrat nimmt Klausurtagung in Schwede zurück

Der eine ganze Weile zerstrittene UN-Sicherheitsrat zieht sich zur Klausurtagung nach Schweden zurück. In informeller Atmosphäre will man die Zusammenarbeit verbessern und Blockaden abbauen. Nachdem es zuletzt immer wieder krachte und knirschte und der Sicherheitsrat mutual blockierte, soll jetzt eine Landpartie des mächtigsten UN-Gremiums Abhelfen. Auf Einladung Schwedens haben sich die 15 Mitglieder, darunter die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley ja sogar ihr russischer Gegenpart Wassili Nebensja, für drei Tage in das ehemalige Landhaus des einstigen UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld zurückgezogen. Auch der amtierende UN-Generalsekretär António Guterres ist dabei, wenn wahlweise vor dem Kamin, in der Sauna oder am Esstisch versucht wird, dem Sicherheitsrat neues Leben einzuhauchen. Derzeit gebe es Bedarf an Demut und Geduld. Das abgeschiedene einfache Landhaus bei Ystad in Südschweden sei ein passender und inspirierender Ort, um sich der Diplomatie zu widmen, sagte Schwedens Vertreter Carl Skau vor dem Abflug. Hier könne man die Ärmel hochkrempeln, Jacken und Krawatten ablegen und wirklich bedeutende Ausklamüsern. Auch US-Botschafterin Nikki Haley und Russlands Vertreter Wassili Nebensja, die sich im Rat zuletzt heftige Rededuelle geliefert hatten, sind in Schweden dabei. Behauptungen, Vorwürfe, Beleidigungen statt Fakten – der UN-Sicherheitsrat kommt in der Syrien-Frage nicht aus seiner Blockade heraus. Davon profitiert Präsident Assad. Sein Volk verliert, meint Kai Clement. Das jährliche Treffen des höchsten UN-Gremiums außerhalb von Metropole hat bereits Tradition. Normalerweise aber zog sich der Sicherheitsrat bisher in ein Landhaus auf Long Island zurück.

18 Jahre nach Bombenanschlad in Düsseldorf

Verdächtig 18 Jahre ist der Bombenanschlag am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn her. Jetzt soll ein Mahnmal knapp Opfer des Attentats erinnern. Vor 18 Jahren hatte ein Bombenanschlag am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn die Menschen über die Grenzen der Landeshauptstadt hinweg erschüttert. Jetzt soll ein Mahnmal fast Opfer des Attentats erinnern. Dies beschloss die zuständige Bezirksvertretung am Freitag (05.10.2018) einstimmig. Wo das Mahnmal installiert wird und wie es aussehen soll, ist noch unklar. Möglich sei eine Stele aufm Platz vorm Eingang des S-Bahnhofes oder eine Tafel am Geländer der Fußgängerbrücke. Noch in diesem Jahr soll das Mahnmal enthüllt werden. Damit will die Stadt ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Am 27. Juli 2000 explodierte am S-Bahnhof-Wehrhahn eine mit Sprengstoff gefüllte Rohrbombe. Bei der Explosion wurden zehn Menschen ein Stück weit schwer verletzt, eine schwangere Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Bei den Opfern handelte es sich um Sprachschüler, ein rechtsextremistischer Hintergrund wurde vermutet. Ein Tatverdächtiger stand seit Januar 2018 vor Gericht, wurde aber im Juli freigesprochen.

Vivienne Rickman-Poole, 45, wohnt in Wales und ist Künstlerin und Winterschwimmerin. Ihre Expeditionen dokumentiert sie mit einer Unterwasserkamera. SwimSnowdonia will sie in allen 400 Gewässern des walisischen Nationalparks schwimmen gehen – Fotos dazu zeigt sie auf Instagram. Frau Rickman-Poole, winters in einen eiskalten See zu springen – beim Gedanken schüttelt’s mich. Wie kamen Sie dazu? Vivienne Rickman-Poole: Ich habe schon mit jungen Jahren persistent draußen gebadet. Meine Mutter stammt von den Orkney-Inseln und wuchs zu einer Zeit auf, als es dort noch keine Schwimmbäder gab. Für sie war es normal, das ganze jahr in der freien Natur zu schwimmen. Als ich dann vor 16 Jahren nach Snowdonia in Wales zog, habe ich mit einer Freundin die Bergseen der Gegend erkundet – und es gibt auch blank des Sommers nicht aufgehört. Winters trugen wir erst noch Neoprenanzüge, später trauten wir uns in Badeanzügen ins kalte Wasser. Mittlerweile liebe ich es, den Wechsel der Jahreszeiten auf der Haut zu spüren.

Erdwärme-Bohrungen in Lünen

In Lünen wurde gestern bei Erdwärme-Bohrungen eine Gasblase angebohrt. Danach roch es nach Gas. Die Baustelle wurde abgesperrt. Bauarbeiter waren am Mittwochnachmittag (24.10.2018) bei einer Erdwärme-Bohrungen auf einen Widerstand gestoßen, gab die Polizei bekannt. Sie hatten in 120 Metern Tiefe eine natürliche Erdgasblase getroffen. Rings von 50 Metern wurde abgesperrt – sechs Häuser wurden geräumt. Die Häuser liegen zwischen der Bahnlinie und der B236, doch weder die Straße noch die Zugstrecke sind betroffen. Für Karl-Heinz Dierkes war das ganze ein Schock. Die zehn Bewohner konnten privat untergebracht werden. Es bestehe keine akute Explosionsgefahr, so die Feuerwehr. Eine Spezialfirma leitet das Gas über eine Art Kamin mit einem Rohr ab. Das Gas verwirbelt dann direkt mit die Luft. Wie lange das dauert, ist bis jetzt nicht klar. Nicht vor der Gasdruck nurmehr minimal sei, könne die Bohrung verschlossen werden, teilte die Bezirksregierung Arnsberg mit. Dieses Vorgehen ist eine direkte Konsequenz aus dem Gasaustritt in Hamm, Mitte Juni 2018. Seitdem sind derartige Abführvorrichtungen Pflicht in ganz Nordrhein-Westfalen bei solchen Geothermie-Tiefenbohrungen.

Altertum Heiliger Weiler

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